OL37 vs. Dynamo Chop (27.09.2026)
Daydance in den Beinen, Spitzenkampf im Kopf
Spielbericht von Nelio Flückiger
Im vierten Spiel der Hinrunde wartete der erste Härtetest auf Olympique Troissept: Dynamo Chop. Das Traditionsteam verbrachte die letzte Saison noch in Liga 1 und musste im Sommer den bitteren Gang nach unten antreten. Nun trafen die beiden Mannschaften erstmals überhaupt aufeinander – und die Ausgangslage hätte kaum spannender sein können. Erster gegen Zweiter. Beide Teams mit klaren Aufstiegsambitionen.
Und als wäre ein Spitzenspiel nicht schon genug Herausforderung, hatte Olympique am Vorabend noch den eigenen Daydance veranstaltet. Entsprechend stand es um die körperliche Verfassung der Mannschaft am Sonntag eher kritisch. Die Motivation und Entschlossenheit waren dafür umso grösser. Bei perfekten 25 Grad, strahlendem Sonnenschein, einem grossen Olympique-Kader und zahlreichen Fans war die Bühne jedenfalls angerichtet.
Die Anfangsphase war intensiv. Beide Mannschaften gingen sofort mit ordentlich Zug in die Zweikämpfe, wobei Olympique aber zunächst etwas Mühe hatte, wirklich Zugriff zu bekommen.
Man rannte dem Ball hinterher, während Dynamo Chop diesen geschickt durch die eigenen Reihen zirkulieren liess. Das Spiel blieb ausgeglichen, aber Dynamo konnte ein leichtes Chancenplus verzeichnen und wirkte etwas spritziger
Ob das nun an der spielerischen Überlegenheit lag oder daran, dass bei Dynamo am Vorabend einfach weniger getanzt wurde, sei dahingestellt.
Nach rund 20 Minuten ging es zur Trinkpause – und auf der Anzeigetafel stand weiterhin eine durchaus beruhigende 0:0.
Die Hydration zeigte Wirkung: Olympique kam deutlich besser aus der Trinkpause und begann, das Spiel immer mehr an sich zu reissen. Nach einer halben Stunde war es dann so weit: Beni bekam den Ball in aussichtsreicher Position und fackelte nicht lange. Ein Strahl Richtung Ecke, perfekt getroffen – der gegnerische Torhüter konnte nur noch zuschauen. 1:0 für Olympique!
Nun waren auch die zahlreichen Troissept-Anhänger endgültig wach. Und spätestens jetzt schienen auch die letzten Daydance-Nachwirkungen auf dem Platz vergessen. Denn nur knappe fünf Minuten später folgte der nächste Nadelstich. Nelio setzte sich in einem Zweikampf gegen zwei Gegenspieler durch, hielt sich auf den Beinen und kam zum Abschluss. Der Schuss erwischte den Dynamo-Keeper auf dem falschen Fuss und schlug zum 2:0 ein. Führung ausgebaut und Chop zum wackeln gebracht.
Allerdings nur kurz.
Der Absteiger aus Liga 1 fing sich wieder, fand zurück in die Partie und sorgte dafür, dass Olympique bis zur Pause nicht mehr für all zu viel Gefahr sorgen konnte. Mit einer komfortablen Führung und einem ersten Gefühl der Erleichterung ging es in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Grundrezept zunächst wenig: harte Zweikämpfe, viel Einsatz und zwei Mannschaften, die keinen Zentimeter freiwillig hergaben. Olympique hatte dabei durchaus Möglichkeiten, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Doch die Chancen wurden nicht genutzt.
Und wie es im Fussball eben so ist: Wer vorne die Dinger nicht macht, bekommt irgendwann Besuch vom Konjunktiv.
Nach rund 60 Minuten wurde ein Dynamo Spieler auf Höhe Sechzehner schmerzlich alleine gelassen. Dieser wusste den zusätzlichen Platz zu nutzen und versenkte den Ball zum Anschlusstreffer. Olympique-Keeper Quentin, in der ersten Halbzeit noch Retter in Not, blieb bei diesem Abschluss chancenlos.
Kurz zuvor hatte Dynamo bereits einmal getroffen, der Treffer wurde jedoch wegen Abseits aberkannt. Spätestens nach dem Anschlusstreffer war deshalb klar: Jetzt könnte es noch einmal richtig ungemütlich werden. Das Momentum schien zu kippen. Doch Olympique blieb ruhig, liess sich nicht beirren und Coach Sebel reagierte mit frischen Kräften von der Bank. Diese brachten neue Energie in eine Partie, die langsam aber sicher an die Substanz ging.
Unter ihnen auch Flügelflitzer Jan, für einmal aber in der Aussenverteidigung im Einsatz. In der 80. Minute bewies er aber vor allem seine Offensivqualitäten. Er eroberte sich clever den Ball und startete zu einem Solo-Lauf.
Jan zog an seinem Gegenspieler vorbei, liess weitere Dynamo-Spieler hinter sich und marschierte Richtung Strafraum. Ein exzellenter Alleingang, der schliesslich genau dort endete, wo er enden musste. Denn in der Mitte lauerte Noah. Dieser blieb cool, und schob lässig zum 3:1 ein. Die Erlösung war perfekt.
In den darauffolgenden Schlussminuten warf Dynamo Chop alles nach vorne. Mit dem Rücken zur Wand versuchte der Tabellenzweite, die Partie irgendwie noch zu drehen. Doch Olympique verteidigte mit allem, was noch im Tank war.
Jeder Ball wurde umkämpft, jeder Zweikampf angenommen, jeder Meter verteidigt. Und wenn Dynamo doch einmal einen Ball Richtung Strafraum brachte, stand dort immer Carlo bereit. Der Innenverteidiger räumte hinten alles weg und half damit entscheidend mit, den Sieg über die letzten Minuten zu bringen.
Dann war Schluss.
Olympique setzt einen furiosen Schlusspunkt von einem sehr gelungenen Wochenende, bleibt auch nach dem nächsten grossen Test an der Spitze und baut die Tabellenführung aus.
Bilder vom Spieltag werden noch nachgereicht.
